Die Maschinen von LEONARDO DA VINCI
Vom 28. März bis 1. August widmet sich das Muséum de Neuchâtel in einer neuen, interaktiven Ausstellung den Maschinen Leonardo da Vincis.
Die Besucher sind eingeladen, anhand von 50 Modellen und ebenso vielen Skizzen die Vorstellungskraft des genialen Erfinders zu erforschen. Sorgfältig aus der Museumssammlung ausgewählte Tierpräparate enthüllen die Natur als Inspirationsquelle für diesen Meister der Renaissance wie auch für unsere zeitgenössischen Erfindungen.
Ein raffinierter Träumer
Sich in die Lüfte erheben, übers Wasser gehen und unbesiegbar sein? Die grossartigen Fähigkeiten der Natur nachahmend ist für Leonardo da Vinci nichts unmöglich. Von einem mit den Flügeln schlagenden Fluggerät „wie die Gangart eines Pferdes“ über ein „Skorpionschiff“ bis hin zu einem menschlichen Automaten sind die Träume und Verwirklichungen dieses Gelehrten in Neuenburg zu bestaunen. Einerseits bringen uns seine Schwimmschuhe zum Schmunzeln, andererseits wurde vor zehn Jahren ein erfolgreicher Fallschirmsprung mit einem vor fünf Jahrhunderten von Leonardo da Vinci entworfenen Fallschirm absolviert.
Jeder Epoche seine Maschinen
Die Ausstellung zeigt, dass sich Leonardo Da Vincis Werk nicht nur auf mehr oder weniger realistische Projekte beschränkt, sondern auch den Bedürfnissen der Industrie des 15. Jahrhunderts Rechnung trägt. Ein automatischer Hammer, ein Bagger, eine hydraulische Säge, ein motorbetriebener Wagen und Kugellager sind ebenso künstlerische Werke wie die dazugehörigen Zeichnungen. Es ist spannend, sie alle heute aus einem historischen Gesichtspunkt wieder zu entdecken. Sogar „Leonardos Fahrrad“, das im letzten Jahrhundert auf äusserst unglaubwürdige Weise aufgetaucht war, wurde Platz eingeräumt.
Als Künstler und Wissenschaftler lebte Da Vinci von der Unterstützung einflussreicher Persönlichkeiten seiner Epoche und erforschte auch das lukrative Gebiet der militärischen Rüstungsentwicklung. Einige dieser Kriegsmaschinen, wie ein gepanzerter Wagen oder eine Splitterbombe, sollen die Besucher an die Einführung des Gebrauchs von Kanonen in Schlachten und an den Rüstungswettlauf erinnern, an dem sich die Wissenschaftler jener Zeit beteiligten – eine bis heute unveränderte Tatsache!
Spielen und entzückt sein
Die wissenschaftliche Vorgehensweise von Leonardo da Vinci ist sehr praxisbezogen und in der Beobachtung des Alltäglichen verwurzelt. Dank zahlreichen interaktiven Einrichtungen und aufgezeigten Parallelen zu Sammlungsstücken des Museums ist „spielen und entzückt sein“ der Leitsatz einer Ausstellung, die die verkannten Facetten dieses Genies ehrt.



